Informationsreicher Nachmittag zum Internationalen Weltfrauentag im Internationalen Frauencafé Simmern

  • 12.03.2026

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 8. März fand im Internationalen Frauencafé in Simmern eine besondere Veranstaltung statt. In den Räumlichkeiten des Café Friends erhielten die Besucherinnen einen informativen Einblick in die Entstehung des Weltfrauentages sowie in aktuelle Herausforderungen für Frauen und Mädchen weltweit.

Das Internationale Frauencafé findet alle 14 Tage statt und bietet Frauen unterschiedlicher Herkunft die Möglichkeit zum Austausch, zur Information und zur Begegnung. Kooperationspartner*innen unter der Schirmherrschaft „Solidarisches Miteinander im Rhein-Hunsrück-Kreis“ (SOLIMI) sind der Frauennotruf Rhein-Hunsrück, die Gemeinsame Diakonische Werke Rheinland-Süd gGmbH, der Internationale Bund IB Südwest sowie der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V..

Einen historischen Überblick über den Ursprung des Weltfrauentages gab Nadine Kreckel vom Betreuungsverein der Diakonie des Evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach. In ihrem Vortrag erklärte sie, dass die Wurzeln des Weltfrauentages in den Arbeiterinnenbewegungen liegen – insbesondere in Streiks von Textilarbeiterinnen in den USA, die bessere Arbeitsbedingungen und mehr Rechte forderten.

Ein musikalischer Bezug zur Geschichte der Frauenbewegung entstand, als Astrid Rund, Vorsitzende des Frauennotrufs Rhein-Hunsrück, das bekannte Arbeiterinnenlied „Brot und Rosen“ anstimmte und über ihr Smartphone abspielte. Gleichzeitig wies sie auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen hin: „Ein Kritikpunkt der aktuellen Entwicklung in Sachen Emanzipation ist eine Art Rückkehr zu alten Rollenmustern, wie sie etwa beim Trend sogenannter Tradwives (traditional wives) in sozialen Medien zu beobachten ist.“

Im Anschluss sahen die Teilnehmerinnen einen Kurzfilm der Terre des Femmes mit dem Titel „Gleichberechtigt leben in Deutschland“, der in verschiedenen Sprachen verfügbar ist. Dieser diente als Grundlage für eine lebhafte Diskussion über die Errungenschaften der Frauenbewegung – sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern wie Eritrea oder dem Iran.

Manuela Boder-Kassubek, Migrationsberaterin beim Caritasverband, betonte dabei, dass trotz vieler Fortschritte weiterhin Handlungsbedarf besteht: „In der Förderung von emanzipatorischem Gedankengut und in Sachen Gleichstellung gibt es noch viel zu tun.“

Auch aktuelle gesellschaftliche Zahlen wurden thematisiert. So erklärte Eva Kunz vom Jugendmigrationsdienst und den Respekt Coaches der Gemeinsamen Diakonischen Werke Rheinland-Süd, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent weniger verdienen als Männer. Zudem arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung – etwa aufgrund von Kinderbetreuung oder Care-Arbeit. Diese Erwerbsbiografien können langfristig zu finanziellen Nachteilen bis hin zur Altersarmut führen.

Neben Information und Diskussion kam auch die kreative Auseinandersetzung nicht zu kurz: Mit Unterstützung von Julia Löwen vom Internationalen Bund gestalteten die Teilnehmerinnen persönliche Selbstbilder in Form von farbigen Scherenschnitten. Die Aktion sollte verdeutlichen, dass Frauen nicht dem Schönheitsideal oder Perfektionismus entsprechen müssen, sondern jede Frau auf ihre Weise stark, schön und selbstbewusst ist.

Eine Besucherin fasste den Nachmittag treffend zusammen: „Ein informationsreicher Nachmittag – vielen Dank.“

Das Internationale Frauencafé in Simmern bietet weiterhin regelmäßig Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung und lädt interessierte Frauen herzlich zu den nächsten Treffen ein.

  • Gemeinsame Diakonische Werke Rheinland-Süd gGmbH
  • Red