Als zentrale Anlaufstelle in Trier bauen wir Brücken, indem wir niedrigschwellige Einzelberatungen und muttersprachliche Familienbegleitung anbieten. Wir verbinden Ehrenamtliche mit professionellen Fachstrukturen, begleiten sie und stärken ihre Kompetenzen durch gezielte Schulungen. So befördern wir gelebte Integration in unserer Region.

Drei Säulen für erfolgreiche Integration

„Brücken bauen“ vereint gezielt drei zentrale Bestandteile, um die Lücke zwischen Ehrenamt und Fachberatung zu schließen.

Im Zentrum steht unser Postcafé, eine niedrigschwellige Clearingstelle. Diese Anlaufstelle bietet Menschen ohne Anmeldung und ohne Termin Hilfe bei Formularen, Briefen und Anträgen. Denn wenn Post von der Krankenkasse, eine Stromrechnung oder ein Elternbrief nicht verstanden oder geöffnet wird, werden aus kleinen Problemen schnell große. Bei fehlenden Sprachkenntnissen steigt die Hemmschwelle, jeder Brief macht Angst, und am Ende stehen Mahnungen und unübersichtliche Berge ungeöffneter Post. Durch das Postcafé können wir Anliegen abfangen, ehe komplexe Problemlagen entstehen.

Während das Postcafé als niedrigschwelliger zentraler Treffpunkt dient, bieten wir zusätzlich aufsuchende Begleitung an: die Familienbegleitung durch Integrationslotsinnen. Unsere Lotsinnen haben selbst eine Migrationsgeschichte und wissen aus Erfahrung, welche Herausforderungen das Ankommen in Deutschland mit sich bringt. Sie begleiten Familien über einen längeren Zeitraum, fördern die Bildungschancen der Kinder, stärken die Erziehungspartnerschaft und bauen durch ihre Nähe Vertrauen auf. Damit erreichen wir Familien mit Distanz zu staatlichen Stellen und fördern deren nachhaltige Integration in die Aufnahmegesellschaft.

Der Erfolg und die Qualität unserer direkten Unterstützungsangebote stehen und fallen mit dem ehrenamtlichen Engagement. Daher ist der dritte Bestandteil unseres Angebots die Qualifizierung und Begleitung von Ehrenamtlichen.  Neben Schulungen und Fachtagen bieten wir auch Einzelberatungen an. Thematisch richten wir uns nach dem aktuellen Bedarf. Zu den häufig nachgefragten Inputs zählen Grundlagen des Asyl- und Aufenthaltsrechts, interkulturelle Kommunikation sowie der Umgang mit Traumatisierung.  Durch kontinuierliche Fortbildungsangebote statten wir die Engagierten mit dem nötigen fachlichen Rüstzeug aus. So stellen wir die Qualität der Unterstützung sicher und schützen die Ehrenamtlichen durch eine klare Abgrenzung zur Rechtsberatung.

Was „Brücken bauen“ auszeichnet

„Brücken bauen“ ergänzt und entlastet durch das Postcafé die Migrationsberatungen (MBE/JMD), die dadurch ihre Kapazitäten besser für komplexe Fälle nutzen können. Es stellt zudem sicher, dass Ehrenamtliche in ihrer wichtigen Arbeit professionell abgesichert sind und die Begleitung der Ratsuchenden fachlich fundiert erfolgt. Mit seinem Empowerment-orientierten Ansatz befördert „Brücken bauen“ die Hilfe zur Selbsthilfe und stärkt die Integrationskraft unserer Region nachhaltig.

Zielgruppengerechte Zugänglichkeit

Wir erreichen die spezifische Zielgruppe der Drittstaatsangehörigen mit unterschiedlichen Ausgangslagen. Unter den Ratsuchenden sind ebenso gut orientierte Personen, die nur gelegentlich Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder beim Verstehen von Briefen benötigen wie Familien mit komplexeren Integrationshemmnissen. Durch herkunftssprachliche Begleitung und die Absenkung formaler Hürden erreichen wir auch die Familien, die sonst schwer zugänglich sind.

Effiziente Steuerung der Hilfen

Durch unsere Clearing-Funktion können wir einfache Anliegen sofort bearbeiten und so die Ratsuchenden optimal vorbereiten. Bei Bedarf leiten wir sie passgenau an die richtigen Fachstellen weiter. Dies optimiert die Effizienz der Fachberatung. Gleichzeitig stärkt die schnelle Hilfe und die klare Orientierung für die nächsten Schritte die Selbstwirksamkeit der Ratsuchenden, da sie erleben, Probleme erfolgreich bewältigen und ihren Integrationsprozess aktiv mitgestalten zu können.

Neuartige Ehrenamtskoordination

Wir setzen auf eine Neuausrichtung des Ehrenamts, weg von „Patenschaften“ hin zu projektorientiertem Einsatz in Gruppen. Durch die Qualifizierung von Ehrenamtlichen, die direkten Zugang zur Zielgruppe haben, wird eine essenzielle Schnittstelle für eine nachhaltige Integration in der Region geschaffen.

Regionale Verankerung

Trier als Oberzentrum der Region rund um Mosel, Eifel und Hunsrück hat eine hohe Anziehungskraft. Mit einer festen, zentral gelegenen Anlaufstelle für die Stadt und das Umland sichern wir Integrationserfolge, die seit 2015 aufgebaut wurden. Wir sind vor Ort präsent und arbeiten eng mit lokalen Akteur_innen zusammen, um Synergie-Effekte zu maximieren.

 

 

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